Blasmusik für Jung und Alt
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Chronik der Stendaler Stadtmusikanten e.V.

( Auszüge )

Das Ensemble wurde 1971 unter der Leitung von Jürgen Wolf als Fanfarenzug der Rudolf-Hildebrand-Schule gegründet.
Durch die aktive Unterstützung der damaligen Hildebrand-Schule konnte sich der Fanfarenzug quantitativ und qualitativ recht gut entwickeln.
Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich durch Aufnahme von Es-Fanfaren und Trompeten zum Fanfarenorchester. Weitere Blasinstrumente kamen nach und nach dazu und wurden ins Orchester integriert.
Der Beitritt zum Deutschen Turn- und Sportbund war ein weiteres großes Ereignis in der Geschichte des Vereins. Auf Grund der Organisation im Sportbund trugen sie auch den Beinamen "Fanfarenorchester der BSG Lok Stendal".
Auftritte bei vielen sportlichen Veranstaltungen war ein weiteres Resultat der Mitgliedschaft im Sportbund. Aber auch musikalische Wettkämpfe unter den Klangkörpern des DTSB wurden jährlich in Form von "Bezirksmeisterschaften" und "DDR offene Meisterschaften" durchgeführt, bei denen die Musiker aus Stendal stets mit guten Ergebnissen abschlossen. So war es keine Seltenheit, daß der Bezirksmeistertitel der Fanfarenorchester nach Stendal ging.
Eins der größten und beeindruckensten Ereignisse war die Teilnahme an der großen Musikschau anläßlich der Kinder- und Jugendspartakiade in Leipzig 1987 an dem ca. 3500 Musiker beteiligt waren und zusammen musizierten.
1990/91 schloß sich der Spielmannzug der Comenius-Schule dem Fanfarenorchester an.
Viele Auftritte auch in den alten Bundesländern ließen das jetzige Blasorchester den Sprung in die wirtschaftliche Selbstständigkeit gut meistern.
Seit 1992 sind sie ein eingetragener Verein und führen den heutigen Namen "Stendaler Stadtmusikanten".
1992 fanden Gespräche mit der wieder gegründeten Schützengilde Stendal statt und man kam überein, daß unter Wahrung der Selbständigkeit der Stendaler Stadtmusikanten sie auch als Orchester der Gilde auftreten.

 

 

1990

Nach den großen Ereignissen im Herbst letzten Jahres sind wir gespannt was uns das Jahr 1990 als Verein bringt.
Einerseits herrscht etwas Skepsis, da die bisherige Förderung und Unterstützung durch Öffentliche Institutionen und Betriebe sicherlich stark nachlassen wird - aber anderseits sind wir gespannt und freudig erregt auf das Neue.
Wie kommen Auftritte von uns in dem westlichen Teil Deutschlands an? Wie bestreiten dort gleichartige Vereine ihr dasein?
Diese und einige Fragen mehr bewegen uns gerade zu diesem Zeitpunkt.
Sicher sind wir uns, daß wir alles unternehmen werden um das bisherige Vereinsleben weiter zu gestalten und den neuen Bedingungen anzupassen.
Mit Sicherheit werden wir versuchen Kontakte zu westlichen Musikvereinen aufzubauen.


Das Jahr 1990 begann fast wie gewohnt mit mehreren kleineren Auftritten.
Auch an den gewohnten Bezirksmeisterschaften des Deutschen Turn- und Sportbundes nahmen wir mit gleichem Erfolg wie in den Vorjahren teil.
Aber einer der größten Höhepunkte unseres Vereinslebens stand in diesem Jahr noch vor der Tür.

Auftritt in Lemgo, der neuen Partnerstadt von Stendal.
Seit der Wende wuchsen die Partnerstadtbeziehungen zwischen unseren Städten und den des westlichen Deutschland. Auch Stendal ging so eine Beziehung ein, die auch für uns von Vorteil sein sollte.
Anläßlich des Stadt- und Schützenfestes kombiniert mit dem 40jährigen Bestehens des Spielmannzuges "Blau-Weiß-Lemgo" wurde auch Vertreter der Stadt Stendal eingeladen.
Was lag also näher für uns um unsere Vorsätze vom Jahresbeginn in die Realität umzusetzen als mit Unterstützung der Stadt an diesem Fest teilzunehmen.
Nach einigen Absprachen mit dem Spielmannzug wurde unsere Unterkunft und Verpflegung sowie die Betreuung sichergestellt.
Also ging es mit einem Bus voller gespannter und neugieriger Mitglieder nach Lemgo.
Dort angekommen wurden wir gleich von einer Abordnung des Spielmannzuges begrüßt und in die Quartiere gebracht.
Wir fühlten uns auch gleich fast wie zu Hause, den die Unterkunft war wie gewohnt eine Sporthalle( scheint eine allgemein übliche Unterkunft für Musiker zu sei, ob nun im Osten oder im Westen).
Da waren sie nun - unsere 3 Probleme: kein Mittagessen, kein Westgeld und keine Ahnung wie es weiter geht. Die erste Mahlzeit war erst gegen abend geplant. Zum Glück hatte fast jeder ein paar D-Mark, sodaß es für ein kleinen Einkauf im "Penny-Markt" reichte um den ersten Hunger zu stillen.
Ab dem Abend und den darauffolgenden Tag klappte es aber mit der Verpflegung durch den Spielmannzug "Blau-Weiß Lemgo".
Der erste musikalische Auftritt von uns stand mit dem Einmarsch der Festteilnehmer ins Festzelt bevor. Mit großem Beifall wurde unsere Darbietung belohnt und wir fühlten uns einfach toll. Auch das kleine Konzert auf der Bühne kam sehr gut an.

 

Spontan kam es auch zu einem einzelnen Musikwunsch, welcher mit einen "kleinen" Obolus (100 DM) honoriert wurde.
Der Abend im Festzelt schien also materiell etwas abgesichert zu sein. Aber nichts desto trotz brachten wir noch einige Souvenirs (Lok-Stiefel) an den Mann, den Getränke waren dort für unsere Verhältnisse ziemlich teuer.
Am darauffolgenden Tag, nach dem gemeinsamen Frühstück mit dem Gastgeberverein in dessen Vereinsraum, wurde noch einmal im Festzelt aufgespielt und danach ging es wieder Richtung Heimat.
Im Großen und Ganzen hat es uns recht viel Spaß gemacht und Kontakte haben wir auch einige geknüpft.


Weitere Auftritte in Stendal wie der Weinmarkt und der Weihnachtsmarkt folgten in diesem Jahr noch. Auch ein Konzert im Altersheim Rathenow stand noch auf dem Programm.

Abschlußwort
Nach diesem erfolgreichen Jahr schauen wir recht hoffnungsvoll und zuversichtlich auf das kommende Jahr.
Eine gemeinsame Tour am Heiligabend durch Stendal, wo wir weihnachtliche Musik spielten war der eigentliche Abschluß des Jahres 1990.

 

1991


In der Zeit der Umprofilierung und der Neuorientierung sind wir auch in diesem Jahr bestrebt das Vereinsleben noch attraktiver zu gestalten.
Im Jahr des 20jährigen Bestehen des Ensembles ist daher auch ein Blasmusikfest unter unserer Regie in Stendal geplant.


Gleich am Anfang diesen Jahres wurde schon sehr intensiv auf das bevorstehende Blasmusikfest hinzu gearbeitet. Beratungen mit dem Kulturamt Stendal waren an der Tagesordnung. Durch den engen Kontakt zu dieser Behörde wurden wir angesprochen, ob wir nicht bei der Ausstellung "Stendal stellt sich vor" in Wolfsburg ein Platzkonzert vor dem Rathaus Wolfsburg geben könnten, um Stendal auch auf musikalischer Ebene vorzustellen.
Da dieses Konzert auch in unserem Interesse lag, fuhren wir also am 25.05.91 nach Wolfsburg und begeisterten das dortige Publikum mit unserem Repertoire. Als Glücksfall stellte sich heraus, daß gleichzeitig Vorort der Wochenmarkt statt fand und somit auch ein reger Publikumsverkehr herrschte.

Blasmusikfest in Stendal
Anläßlich unseres 20jährigen Bestehens planten wir (wie bereits erwähnt) ein Blasmusikfest in Stendal durchzuführen. In Zusammenarbeit mit der Stadt wurde dann beschlossen dieses Ereignis in das Rolandfest zu integrieren.
Als Teilnehmer konnten wir, neben uns natürlich, das Jugendblasorchester Grimma, das Fanfarenorchester Leipzig und den Fanfarenzug Lemgo-Brake gewinnen.
So reisten am 15.06.1991 gegen mittag die Klangkörper aus Grimma und Leipzig an. Nach der Quartierzuweisung im Arbeiterwohnhotel (man merke: keine Massenunterbringung in Sporthallen) konnten sich die Teilnehmer erstmal in der Gaststätte "Mariencafe" stärken.
Da der Musikzug aus Lemgo im Stau steckte kamen sie leider erst gegen 17.00 Uhr an
Zum Auftakt des Blasmusikfestes fand ein Umzug durch Stendal statt.
Bild 1
Nach einer kurzen Vorbereitung zeigten die einzelnen Ensembles nacheinander in einem 20minütigen Konzert ihr Können.

Im Anschluß zeigten alle Orchester, daß sie in der Lage sind ein paar Titel gemeinsam zu spielen, was auch bei der Bevölkerung sehr gut ankam. Unter der Leitung (Stabführung) von ......................... Mitglied des Fanfarenorchesters Leipzig und dadurch das sich alle drei Vereine schon seit Jahren kennen, war es musikalisch kein Problem,

 

Gegen Abend spielte dann auch noch der Fanfarenzug aus Lemgo auf.
Zum gemütlichen Teil ging es dann nach dem Abendessen im "Schwarzen Adler" über.
Am anderen Morgen gaben sich die Musiker der Vereine mit jeweils einen kleinen Auftritt nochmals zum Abschied die Ehre.

Erntedankfest in Zerpenschleuse
Durch Verwandtschaft in Zerpenschleuse eines Vereinsmitgliedes wurden wir zum großen Erntedankfest dorthin eingeladen.
Am 05.10.1991 fuhren wir also in Richtung Berlin los und kamen gegen Mittag in Zerpenschleuse an. Für die Unterbringung dienten Unterrichtsräume in einer Schule.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es erstmal zum Mittagessen. Am Nachmittag erfolgte dann ein Festumzug zum Festgelände unter unserer musikalischen Begleitung. Im Anschluß gaben wir noch auf der Bühne ein Konzert.
Am Abend stand dann eine Tanzveranstaltung in der dortigen Gaststätte an.
Nach Absprache des Veranstalters und der engagierten Tanzband einigten wir uns, daß unser Orchester in den Abendstunden eine kleine Einlage mit Tanzmusik darbietet. Dieser Auftritt kam bei den Zerpenschleusern so gut an, daß wir noch ein paar Zugaben geben mußten, bevor auch wir den Abend gemütlich ausklingen lassen konnten.
Am 06.10.1991 traten wir dann nach einem ausgiebigen Frühstück die Heimreise an.
Das Wochenende hat allen so gut gefallen (uns und der Bevölkerung von Zerpenschleuse), so daß wir die Einladung für das kommende Jahr gerne annahmen.

Weinmarkt in Stendal

Der 2. Weinmarkt in Stendal fand vom 30.08.1991 bis zum 05.09.1991 statt.
Wie auch im Vorjahr durften wir die Eröffnung am 30.08. musikalisch umrahmen.
Der Zuspruch der Gäste war recht groß, gerade bei Titeln wie "An Mosel und Rhein". Ein weiteres Konzert gaben wir dann auch noch am 04.09.91.

 

1996

Stendaler Stadtmusikanten gaben Platzkonzert in Prag

Anlässig ihres 25jährigen Bestehens fuhren die Stendaler Stadtmusikanten vom 02.10.-06.10.96 in die Tschechische Republik, um dort unter anderem auch einige Konzerte zu geben. So spielten sie im Barockschloß in Navarov auf. Durch einen Zufall konnten die Musikanten aus Stendal bei einer Böhmischen Hochzeit zeigen, daß sie auch die Bohmische Blasmusik gut darbieten können. Als kleinen Höhepunkt gaben sie ein Platzkonzert auf dem Wenzelplatz in Prag, das mit viel Beifall vom internationalem Publikum honoriert wurde. Spontan begann sogar ein Pärchen zu tanzen. Aber auch viele Anfragen gab es zum Orchester und deren Herkunft.
Das Ensemble wurde 1971 unter der Leitung von Jürgen Wolf als Fanfarenzug der Rudolf-Hildebrandt-Schule gegründet. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich über ein Fanfarenorchester bis hin zur heutigen Formation zum Blasorchester.
Zu DDR-Zeiten waren die Musiker auch im Deutschen Turn- und Sportbund organisiert und damals auch unter dem Beinamen "Fanfarenorchester der BSG Lok Stendal" bekannt.
Seit 1991 sind sie ein eingetragener Verein und führen den heutigen Namen "Stendaler Stadtmusikanten".

 

Stendaler Stadtmusikanten geben Jubiläumskonzert

Anläßlich ihres 25jährigen Bestehens geben die Stendaler Stadtmusikanten am 02.11.1996 in der Katharinenkirche in Stendal von 19.00 - 21.00 Uhr ein Jubiläumskonzert.
Das Ensemble wurde 1971 als Fanfarenzug der Rudolf-Hildebrand-Schule gegründet. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich über ein Fanfarenorchester bis hin zur heutigen Blasorchester-Formation.
Zu DDR-Zeiten waren die Musiker im Deutschen Turn- und Sportbund organisiert und damals auch unter dem Beinamen "Fanfarenorchester der BSG Lok Stendal" bekannt.
Seit 1992 sind sie ein eingetragener Verein und führen den heutigen Namen "Stendaler Stadtmusikanten".
Als engagiertes Orchester der Schützengilde Stendal sind sie ebenfalls oft zu sehen.
Viele Auftritte sogar über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus zeigen, daß die Musiker aus Stendal gern gesehen bzw. gehört werden.
Ein großer Höhepunkt in diesem Jahr war zum Beispiel ein Konzert auf dem Wenzelplatz in Prag. Aber auch das große Weihnachtskonzert in Hamburg mit zwei weiteren Orchestern (Blasorchester aus Oldenstadt und Hamburg), welches am ersten Dezemberwochenende statt findet, wird ein weiteren Höhepunkt darstellen.
Unter dem Slogan "Musik für jung und alt!" bieten sie Musik aller Richtungen.
Bei dem Konzert in der Katharinenkirche werden die Stadtmusikanten bekannte Melodien aus Funk und Fernsehen, Böhmische Blasmusik, Oldies, moderne Titel und Märsche präsentieren. Im 2.Teil der Veranstaltung steht dann eine kleine musikalische Weltreise auf dem Programm.
Eintrittskarten sind zum Preis von nur 5 Mark bereits jetzt schon in der Katharinenkirche erhältlich. An der Abendkasse werden ab 18.00 Uhr an dem Tag ebenfalls Karten verkauft.

2007 Teilnahme am SAT 2007 in Osterburg

Vor 35 Jahren begann die Geschichte der Stendaler Stadtmusikanten. Vielfältig waren von Anbeginn an ihre Auftrittsmöglichkeiten. Volksfeste, Ausmärsche, Frühschoppen und Famillienfeiern waren und sind ihr Metier. Denn ihr Motto heißt : Blasmusik für Jung und Alt.
So verwundert es denn auch nicht, das die Stendaler Stadtmusikanten beinahe zu jedem Sachsen-Anhalt Tag teilgenommen haben. Nur zu gern unterhalten sie ihre große Fangemeinde in ihrer gewohnt soliden und stilbestrebten Art klassische Blasmusik aus Böhmen , oder Stücke modernerer Herkunft, oder anderer Stile  zu präsentieren.
Ihr musikalischer Leiter Ionel Gigoi treibt sie immer wieder zu neuen , noch höheren Leistungen an, die nicht nur dem ständig wachsenden Repertoire , sondern einem jährlichen Konzert zu Gute kommen.
Diese Leistungen haben in der Stadt Stendal soweit Früchte getragen, das die Stendaler Stadtmusikanten im Jahre 2006  Kulturpreisträger werden durften.
Durch die Verbundenheit zu ihrer Stadt und ihrer Heimat, sehen sich die Stendaler Stadtmusikanten als musikalische Botschafter der Altmark und tragen dieses auch sehr gerne bei ihren zahlreichen Auftritten in anderen Landkreisen und Bundesländern nach Außen.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass es den Stendaler Stadtmusikanten besonders in diesem Jahr eine besondere Ehre ist, am Sachsen-Anhalt-Tag teilzunehmen. Bei zahlreichen Bühnenprogrammen können die Gäste  in Osterburg die Stadtmusikanten bewundern und als besonderer Höhepunkt begleiten sie den Altmarkkreis am Sonntag zum großen Festumzug als Marschkapelle im Marschblock des Altmarkkreises.

   Stendaler Stadtmusikanten e.V.,Bruchstrasse 1, 39576 Stendal